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Von gelben Rosen, Putzmitteln und Restaurantbesuchen - Die Carl Duisberg Centren führten interkultur
In Japan und Korea ist es eine kleine Verbeugung, in Brasilien und in Deutschland gibt man sich die Hand: Schon bei der förmlichen Begrüßung zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Kulturen. Noch auffälliger wird es bei der Begrüßung von Freunden: Deutsche umarmen sich kurz, in Brasilien gibt’s Wangenküsschen, in Weißrussland nur ein knappes „Hallo“ und Japaner winken sich fröhlich zu.
Letzteres löst in Deutschland offensichtlich Heiterkeit aus, wie die Studenten des Carl Duisberg Centrums Radolfzell anhand der Reaktion ihres Publikums feststellten. Im Rahmen des „Interkulturellen Herbstes 2007“ veranstaltete der Sprachdienstleister erstmals einen Workshop zum Thema „Interkulturelle Missverständnisse“. Einige dieser „Fettnäpfchen“ aufzuzeigen, hatten sich Lehrer und Schüler der Carl Duisberg Centren für den Abend vorgenommen.
Eine wichtige Rolle spielte das Thema Kommunikation; sie beginnt lange vor dem gesprochenen Wort, nämlich bereits bei der Körpersprache. Am Beispiel „Nähe und Distanz“ stellten die Dozentin Silke Kiebler und die Studentin Ina Szafarczyk aus Weißrussland ein typisches Partygespräch nach. „Während man sich in Deutschland wohlfühlt, wenn der Gesprächspartner etwa auf Armeslänge entfernt ist, wird dies in anderen Kulturen oft als zu wenig Distanz empfunden. So hat man schnell mal jemanden in die Ecke gedrängt", so Kiebler.
Auch die Länge von Gesprächspausen ist kulturabhängig: So zeigten die Japanerin Chie Kataoka und Ina Szafarczyk in einem Dialog, warum bei Japanern so oft nachgefragt wird, ob sie eine Frage auch wirklich verstanden haben. Dabei seien lediglich die Gesprächspausen in Japan länger.
Völliges Unverständnis löst bei Nichtdeutschen oft die Gepflogenheit aus, in Restaurants getrennt zu bezahlen. Studenten der Carl Duisberg Centren spielten Szenen nach, die deutlich machten, dass diese Sitte im Ausland nicht nur für Irritationen sorgt, sondern sogar bis zum Bruch von Freundschaften reichen kann. Regelrecht abstoßend werde zum Beispiel öffentliches Naseputzen vor allem im asiatischen Raum empfunden, erläuterte die Dozentin Gaby Bäuerle.
Reges Interesse und viele Rückfragen aus dem Publikum gab es beim Thema „Geschenke“. Hier ist die Liste des Erlaubten und Unerlaubten wahrlich lang: In China sind Blumen verpönt, da dies ein Geschenk an die Toten ist. Aber auch Uhren sollten besser nicht verschenkt werden, da sie die Vergänglichkeit symbolisieren, berichtete Ulrike Merkel, Dozentin bei den Carl Duisberg Centren. In Weißrussland hingegen sind gelbe Rosen tabu, sie stehen für Trennung. Während man in Korea laut Hyojeong Kim zu einer Wohnungseinweihung ruhig Toilettenpapier oder Putzmittel mitbringen darf, sei es in Uganda und Tansania nicht üblich, Blumen oder Geld zu schenken, sagten Richard Prean und Sebastian Tenga. Man könne aber gerne etwas zu essen mitbringen.
(Quelle: Carl Duisberg Centren, 25.10.2007)
Hinweis zur Sprachreise im allgemeinen:
Sprachkurse können von der Zeit (z.B. 4 oder 6 Stunden
Unterricht pro Tag) und vom Anspruch (z.B. Anfänger oder
Fortgeschrittene) meist individuell gewählt werden.