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Ägypten: Kultur
Küche
Die verschiedenen Einflüsse der ägyptischen Geschichte sind noch heute in der Esskultur des Landes zu entdecken. Insbesondere ist an der Küche zu erkennen, dass Kairo einmal das Zentrum des Handels mit Gewürzen darstellte. Es war das Bindeglied zwischen dem eigenen Land und Arabien, Asien und Afrika, deren Einflüsse das ägyptische Essen stark prägten.
Wichtige Zutaten in Gerichten sind verschiedene Gemüse- und Obstsorten, wie Gurken, Bohnen, Datteln, Feigen, Melonen, Quitten und Granatäpfel, um nur ein paar zu nennen. Ein besonderes Merkmal ist auch die Verwendung von vielen frischen Kräutern und Gewürzen. Da Fleisch sehr teuer ist, wird es nur selten serviert. Schweinefleisch bekommt man nie, da dieses ist durch den Koran verboten ist. Vor allem an der Küste wird auch viel Fisch gegessen.
Beliebte Gerichte aus Ägypten sind zum Beispiel mit Reis gefüllte Auberginen oder Feigen und Birnen in Honig. Wer in Ägypten essen geht, wird außerdem feststellen, dass viele Vorspeisen serviert werden, die mit reichlich Öl zubereitet und mit Fladenbrot gegessen werden. Dazu gehören auch Bohnenbrei (ful) und Gemüsefrikadellen (tamaya).
Umgangsformen
Wer eine Sprachreise nach Ägypten unternimmt, sollte beachten, dass das Essen und Trinken auf offener Straße während des Fastenmonats Ramadan (etwa September/Oktober) unterlassen werden sollte. Des Weiteren muss sich der Reisende darüber im Klaren sein, dass nicht alle Moscheen für Touristen zugänglich sind.
Beachtet werden sollte außerdem, dass sowohl die linke Hand als auch die Fußsohlen als schmutzig gelten. Somit darf die Unterseite der Füße nicht gezeigt und die linke Hand nicht zum Essen benutzt werden. Diejenigen, die auf einer Sprachreise nicht unangenehm auffallen wollen, sollten sich außerdem nicht leicht bekleidet in der Öffentlichkeit zeigen, also keine zu kurzen Röcke, Shorts oder Oberteile tragen.
Auch beim Fotografieren ist Vorsicht geboten. Auf keinen Fall dürfen verschleierte Frauen fotografiert werden. Alle anderen sollten um Erlaubnis gefragt werden. Gegebenenfalls verlangen sie ein wenig Geld dafür, dass ein Foto gemacht werden darf. Auch in der Moschee ist es ratsam, sich mit dem Fotografieren zurückzuhalten und auch sonst niemanden beim Beten zu stören.
Bei Einladungen gilt, dass diese zunächst drei Mal ausgesprochen und auch erst beim dritten Mal angenommen werden dürfen, da man sonst als unhöflich gilt. Auch sollte man daran denken, dem Gastgeber ein Geschenk mitzubringen. Alkohol ist hierbei nicht angebracht, Kuchen oder kleinere Geldbeträge jedoch umso mehr.
Religion
Die Staatsreligion Ägyptens ist der Islam. Zwar herrscht in dem Land offizielle Religionsfreiheit, bei der Umsetzung in die Praxis wird dieses Recht jedoch nicht allzu ernst genommen. So muss die Konfession sogar in offiziellen Ausweisen eingetragen sein. Denjenigen, die einer nicht akzeptablen Glaubensgemeinschaft angehören, wird kein Ausweis ausgestellt.
85 % der Bevölkerung gehören dem sunnitischen Islam an. Einerseits ist dieser in Ägypten sehr fortschrittlich, nicht zuletzt auf Grund der modernen Al-Azhar-Universität, andererseits ist er aber auch vom Fundamentalismus geprägt. Die Anzahl der Christen in dem Land am Nil beträgt 15 %. Diese leben überwiegend in Kairo und Alexandria, aber auch in kleinen christlichen Dörfern in Mittel- und Oberägypten.