Die Entscheidung für eine Sprache, ein Land und eine Sprachschule

Die Sprache

Hat man sich dafür entschieden, eine Sprachreise zu machen hat man natürlich in der Regel schon eine Sprache im Hinterkopf, die man gerne erlernen oder auffrischen möchte.
Und auch der Zweck der Weiterbildung steht oftmals von Anfang an fest. Entweder möchte man längst verschüttet geglaubte Schul-Sprachkenntnisse wieder ausgraben, eine Sprache aufgrund privater Präferenzen (z.B. für ein bestimmtes Urlaubsland) lernen oder aber beruflich vorankommen und mit internationalen Kunden und Kollegen kommunizieren können.

Das Land

Bleibt noch die Frage, in welches Land man reisen möchte, um die jeweilige Sprache zu lernen. Für die meisten Sprachen hat man gleich mehrere Länder zur Auswahl.
Man denke nur an Englisch. Diese Sprache ist in ca. 54 Staaten Amtssprache, und Sprachschulen finden sich in dutzenden von Ländern. Sie sollten sich für ein Land entscheiden, in dem Sie auch gerne Urlaub machen würden, denn für ein wenig Kultur-Programm und eine Rundreise bleibt eigentlich immer Zeit. Und sie sollen ja auch Spaß haben und nicht bloß strebsam lernen.
Zwei weitere Kriterien können ausschlaggebend sein für die Wahl des Landes, in das man reisen möchte. In einigen Ländern gibt es stark ausgeprägte Akzente. In den Sprachschulen wird zwar meistens die "reine"" Form der jeweiligen Sprache gelehrt, aber in der Freizeit kommt man ständig mit den Dialekten in Berührung, und das kann verwirren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte reist beispielsweise eher nach Spanien als nach Mexiko, um Spanisch zu lernen. Der Flug ist dann auch um einiges günstiger. Womit wir beim nächsten Punkt wären - dem lieben Geld.
Will man seine Englisch-Kenntnisse entscheidend verbessern kann man dies sowohl in der Nähe von Deutschland tun - beispielsweise in Englang - oder aber in Amerika oder "Down Under". Die Reisekosten liegen somit entweder im Bereich um die 100 Euro (oder weniger) oder um die 1000 Euro (oder mehr). Wahrscheinlich wäre so gut wie jede/r Deutsche/r eher daran interessiert, ein so abwechslungsreiches und abenteuerliches Land wie Australien kennen zu lernen als daran, in England das berühmte Regenwetter zu erleben, aber nicht jede/r kann sich eine Reise zur gegenüberliegenden Erdhälfte leisten. Zusammengefasst: Entscheidend für die Wahl des Landes, in dem man eine fremde Sprache lernen möchte sind, grob umrissen, die Kriterien Urlaub, Dialekt und Geld.

Die Sprachschule

Ist die Entscheidung für ein Land gefallen muss man recherchieren, welche Sprachschulen es dort überhaupt gibt, welche qualitativ herausragend sind und welche letztlich für die eigenen Bedürfnisse am ehesten geeignet ist.
Auf jeden Fall sollten Sie sich nicht mit dem erstbesten Angebot einer Sprachschule zufrieden geben. Sowohl die Preise als auch die Programme unterscheiden sich oftmals erheblich voneinander. Ein Vergleich lohnt sich somit auf jeden Fall.
Versuchen Sie sich bei der Internet-Recherche nicht von einer bunten, schön gestalteten Homepage beeindrucken zu lassen. Letztlich zählt die Professionalität der Schule und nicht die der Webdesigner. Achten Sie auf die Angebote und Serviceleistungen.

Ein Tipp:
Sehr junge Schulen kämpfen häufig noch mit organisatorischen Problemen, und oftmals fehlt es den Organisatoren und Angestellten einfach an Erfahrung.

>Achten Sie darauf, dass die Anzahl der zu einem bestimmten Zeitpunkt angemeldeten Schüler nicht zu groß ist. Bei mehr als 100 Schülern kann es sehr unübersichtlich werden, und die Lehrer können überfordert wirken. Wenn es hingegen nur eine Klasse gibt kann es sein, dass Sie sich ziemlich alleine fühlen, wenige Leute kennen lernen und vielleicht sogar darauf verzichtet wird, Freizeitveranstaltungen anzubieten. Ein Mittelmaß zwischen den beiden Extremen wäre optimal.
Was die Klassengröße angeht, so gilt im Allgemeinen: Je kleiner die Gruppe, desto effektiver kann man arbeiten und lernen. Ideal ist eine Klassengröße von sechs bis acht Kursteilnehmern, mehr als 12 Personen sollten es auf jeden Fall nicht sein.

Ein Tipp:
Außerhalb der Saison ist das in vielen Schulen die durchschnittliche Gruppengröße - ohne das ohne Aufpreis.

Informieren Sie sich über die praktizierte Lehrmethode. Können Sie sich darunter etwas vorstellen? Einige Schüler können mit verschiedenen Methoden nur wenig anfangen - und das macht sich natürlich beim Lernerfolg und Lernspaß bemerkbar. Überlegen Sie genau, ob Sie eher zu traditionellen Lernmethoden neigen oder zu innovativen und ob Sie eine Mischung im Sinne von Methodenvielfalt verwirren könnte.
Ebenfalls wichtig ist die angebotene Anzahl an Lernstufen in der Schule. Je mehr Lernstufen, desto differenzierter kann der Unterricht gestaltet werden. Sie wollen schließlich etwas lernen und nicht in einer Klasse landen, die weit über oder unter ihrem Sprachniveau liegt. Mindestens fünf verschiedene Lernstufen sollten angeboten werden. Achten Sie darauf, dass ausführliche Einstufungstests (schriftlich und mündlich) vor Kursantritt durchgeführt werden.
Natürlich sollte nicht der Kursort das entscheidende Kriterium bei der Wahl ihrer Sprachschule sein, sondern die Qualität derselben. Das heißt jedoch nicht, dass Sie diesen Aspekt völlig auöer Acht lassen sollten. Schließlich lernt man am besten, wenn man sich wohl fühlt und ausgeglichen ist. Suchen Sie sich eine schöne Stadt, die Sie möglichst auch als Urlaubsort wählen würden.
Individuelle Präferenzen spielen bei der Wahl des Kursortes definitiv eine große Rolle.
Das Gleiche gilt für das von der Schule angebotene Freizeitprogramm. Sind Sie daran interessiert, nette Leute kennen zu lernen und viel zu unternehmen, oder wollen Sie lieber konzentriert lernen und hinterher nur noch in Ruhe entspannen? Sie können sich bereits im Vorfeld darüber informieren, was für ein Rahmenprogramm die Sprachschule anbietet und ob dieses bereits im Preis enthalten ist oder extra kostet.

Checkliste Sprachunterricht